„Leb wohl!“ mit Wiedersehens-Garantie – die letzten Stunden in Suomi

Nach fünf Monaten in Finnland (mit der ein oder anderen Unterbrechung) ist mein Auslandssemester in Finnland am Ende angekommen. In wenigen Stunden beginne ich meine Heimfahrt, die hoffentlich nicht zur Odysee wird. Noch weiß ich gar nicht, wohin mit all den Erfahrungen, Emotionen und Erlebnissen – noch ist alles ganz prickelnd und aufregend und frisch. Und deshalb ist mir wohl noch gar nicht wirklich bewusst, wie es ist, nicht mehr Karin, Lisa und Anais als Nachbarn zu haben, nicht mehr einen coolen Tag am See oder im Kaffee mit Mariya, Plamena, Saskia, Julia und Zoltan zu verbringen, nicht mehr Martini und Sprite mit Gepke zu trinken oder mit Szofi am See bis elf Uhr nachts Schach zu spielen. Es fühlt sich einfach nicht nach Abschied an.

Warum?

Mir sind mehrere Gründe dafür eingefallen. Erstens ist alles noch so frisch, dass es für mich noch unglaublich ist, dass es morgen und danach nicht mehr so sein soll. Es wird eine Zeit dauern, bis mir die Ausmaße dieser geänderten Situation bewusst werden. Zweitens ist es kein Abschied für immer – in Deutschland werde ich Karin, Lisa, Linda, Saskia und Christine wiedersehen. Gepke wohnt in den Niederlanden – was ein Katzensprung von Dortmund aus ist. In Italien wohnen Katrin, Anais und Gabriele so nah bei einander, dass sich ein Kurztripp hin lohnt. Und Szofi in Ungarn und Mariya und Plamena in Bulgarien sind zwar etwas weiter weg – aber die Flug- und Zugverbindungen sind hervorragend. Alles nichts, was nicht machbar ist.

Freilich haben wir uns versprochen, uns zu besuchen, in Kontakt zu bleiben und wiederzusehen. Bislang hängt da auch ganz viel Enthusiasmus mit dran und alles ist möglich wenn nicht gar wahrscheinlich. Aber ich frage mich trotzdem, wie es ist, wenn ich zurück in meiner Heimat Dortmund bin, mich der Alltag wieder einfängt – denk ich dann immer noch so? Hab ich dann immer noch so viel Enthusiasmus, diese Versprechen einzuhalten?

Diese Art der Fragestellung führt mich zum dritten Grund, warum es sich nicht wirklich wie Abschied anfühlt: Linda, Lisa, Szofi, Karin, Mariya, Plamena, Julia, Saskia, Gepke, Zoltan, Anais, Jussi, Anu, Stepan, Krystof, Christine, Katrin, Gabriele und noch einige mehr haben es in fünf Monaten geschafft, einen riesengroßen Platz in meinem Herzen einzunehmen, der immer für sie reserviert ist! Mit ihnen verbinde ich grandiose, schöne, aufregende, traurige, lebendige, abstrakte und verrückte Momente! Auch wenn ich wahnsinnig vergesslich bin, so werden sie mir helfen, diese Zeit nie zu vergessen. Mag mir jetzt noch nicht ganz klar sein, wie mich diese Zeit und die Menschen hier verändert haben, doch ich bin mir sicher, dass es sich bereits in geraumer Zeit als „mehr als positive Entwicklung“ herausstellen würd.

Allen lieben Menschen, die diese Zeit hier in Jyväskylä zu einer besonderen für mich gemacht haben – einfach weil sie dabei waren – danke ich von ganzem Herzen! Was ihr für mich getan habt, ist unbeschreiblich, unbezahlbar und unvergesslich! Habt lieben und ewigen Dank dafür! Ich liebe euch alle! Mögen wir uns alle wiedersehen – egal ob in Deutschland, Finnland, Niederlande, Ungarn, Italien, Bulgarien, Kanada oder Brasilien oder sonst wo!

Um uns von der Wolke ganz weit oben wieder etwas in die Realität zu holen (auch wenn ich das nicht bevorzuge!), möchte ich auch noch den Menschen danken, die während meiner Zeit in Finnland auf meiner Hass-Liste gelandet sind. Ich danke ihnen deswegen, weil sie mir durch ihr Verhalten noch mehr bewusst gemacht haben, wie sehr ich meine Freunde hier liebe und wie wertvoll sie für mich sind.

Nun ist es zwar die letzte Weile hier in Finnland, doch der Blog ist noch nicht ganz am Ende. Schließlich steht mir noch das Abenteuer Rückreise bevor und ich glaube es werden noch einige Einträge im Nachhinein folgen, wenn ich anfange, die Zeit hier zu realisieren und zu verarbeiten. Seid gespannt!

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Eine Antwort zu „Leb wohl!“ mit Wiedersehens-Garantie – die letzten Stunden in Suomi

  1. peter kleinwegener schreibt:

    bin sehr gespannt auf deine nachbetrachtungen! habe deine kleinen geschichten mit viel interesse gelesen und mußte bei vielen beiträgen auch schmunzeln ! deine offenheit ist schon herzerfrischend.
    weiter so basti (fantasti) vielleicht sehen wir uns ja wieder in airas „finischkurs“. deine blogs waren immer ein schönes gesprächsthema in userer runde. und jetzt mach ich schluß: komm in den „Pott“ und fühl dich wie „Gott“.

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