Russischer Abend in Helsinki/Finnland

russisches Dinner - in Helsinki

russisches Dinner - in Helsinki

Wie es der Zufall wollte, waren zwei Freunde aus Jyväskylä ebenfalls am Wochenende in Helsinki. Karin, meine Nachbarin, war mit ihrer Schwester in der Stadt. Gepke hatte ihre Geschwister aus den Niederlanden einfliegen lassen. Wir verabredeten uns recht spontan für den Samstagabend zum Essen und trinken und feiern. Basti und ich suchten bereits im Vorfeld (also so zwei Stunden vorher) nach einem Restaurant, in welchem noch ein Tisch für sieben Personen frei wäre. Die Suche stellte sich als schwierig heraus. Falls es das Restaurant gab, welches im Stadtführer oder einer Zeitschrift hoch angepriesen wurde, war es ein nächster Schritt einen freien Tisch zu finden. Der dritte und schwerste Schritt war es dann, sieben Personen an diesen freien Tisch zu bekommen. Nach einigen Absagen bekamen wir eine Zusage in einem russischen Restaurant, etwas am Rand der nördlichen Innenstadt. Sein Name: Troikka.

Wir holten alle in der Innenstadt ab und liefen dann mit Karte von Basti (Düsseldorf) zum Restaurant. Wir fanden es recht schnell und von außen sah es – naja – weniger hipp als mehr „unterhaltsam“ (vielleicht am besten im Sinne von klassisch). Der gemütliche, fast altbackene (dafür aber witzige) Kellner schaute nicht schlecht, als sieben Studenten nach dem reservierten Tisch in einem Restaurant fragten, in dem sonst nur gediegene Herrschaften im Alter von 53 Jahren und aufwärts Platz nahmen. Was solls – es war Platz und wir fanden es witzig. Die Einrichtung war schon der erste Hinweis darauf: grün-braune Tapete aus Stoff, hoch gehangene Regal, freilich mit Verzierung, auf denen Madruschkas standen, Bilder von orthodoxen Kirchen und russischen Personen der Geschichte und so weiter. Es war liebe voll eingerichtet, keine Frage – aber wir fühlten uns doch etwas wie in Omas Wohnzimmer. Und zugegeben: ich fühlte mich auch etwas fehl am Platz. Das passiert eben, wenn man etwas bucht, wo man vorher noch nicht war. Aber was solls, das ist das Leben – und es macht um so mehr Spaß, wenn man Freunde dabei hat. Und mit Gepke, Karin, Basti und Co. wurde es ein grandioser Abend.

sattes Essen - in jeder Beziehung

sattes Essen - in jeder Beziehung

Der begann mit der Auswahl der Getränke und Speisen. Gepke und ich konnten uns an ein Bier aus St. Petersburg erinnern, wussten aber den Namen nicht. Wir schlugen das Weinangebot des Kellners aus und entschieden uns für ein russisches Bier – gute Wahl. Die Karte für Speisen war brauchbar, natürlich mit gesottenen Preisen. Aber für ein Stück Wildschein 20 Euro zu zahlen, war noch erträglich. Wir bestellten Suppen, Wildschwein, Ente und einiges anderes. Gegen die Qualität konnte man wirklich nichts sagen – ausgezeichnet. Und auch der Koch, der unseren Tisch beehrte, war ein Highlight: wirklich wie man ihn sich im Buche vorstellt: kurzer Rauschebart in Grau, große Augen, eine Wampe, von der es sicherlich Legenden gibt und das Herz an der richtigen Stelle.

Nach dem Essen gab es freilich – typisch russisch – Vodka, sogar den guten. Weils so lecker war und uns noch eine feucht-fröhliche Nacht bevorstand, tranken wir gleich zwei – jeder. Das war uns die 12-Euro-noch-was wert. Alles in allem war es eines der teuersten Essen meines Lebens. Aber es wars wert. An einem Nachbartisch sahen wir, dass die Rechnung in einer Madruschka serviert wurde. Wir bekamen unsere Rechnungen jedoch nur einzeln auf einem silbernen Tablett serviert – wahrscheinlich weil wir nich alle zusammen gezahlt haben. Aber der Ober war smart – denn er fragte bereits am Anfang, ob wir zusammen oder getrennt zahlen möchten. Dieser Service war ausgezeichnet.

ein richtiges Highlight im Troikka: die Toiletten

ein richtiges Highlight im Troikka: die Toiletten

Ebenfalls ein Erlebnis waren die Toiletten. Dazu müsst ihr euch die Bilder anschauen, weil die Beschreibung allein nicht dafür ausreicht. Sie waren blau gefließt! Ein tiefes, marines Blau! Die Toiletten und anderes Interieur war in Grün gehalten. Amaturen und Sonderausstattung (Klobürste und C0) waren dezent in Gold getüncht – wundervoll!! Außerdem hörte man auf dem WC russische Musik von einem tief klingenden Männerchor gesungen – vielleicht die Kosakken oder eine Schwester-Vereinigung, ich bin mir nicht sicher. Aber es war ein Erlebnis.

An der frischen Luft in Helsinki wurde uns der Vodka bewusst – ein deutliches Zeichen, dass der Abend beginnen konnte.

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2 Antworten zu Russischer Abend in Helsinki/Finnland

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