Wie verbunden die US-Politik mit Hollywood ist

Ich schreibe hier jetzt sicher nichts neues, aber Hollywood ist der US-Politik (egal welcher Regierung und Party) hörig. Ein sehr gutes Beispiel dafür kam mir gestern Abend erst in die Hände und unter die Augen. „Der Krieg des Charlie Wilson“ (Charlie Wilson’s War) aus dem Jahr 2007 ist gemeint. Ein Film von Mike Nichols mit Tom Hanks, Julia Roberts und Philip Seymour Hoffmann in den Hauptrollen. Einen Trailer zum Film findet ihr hier.

Falls einige den Film von euch nicht kennen, sollte ich hier vielleicht kurz den Inhalt beschreiben. Dazu bin ich aber zu faul und schließlich hat der liebe Gott dafür wikipedia erfunden. Hier gibts die Inhaltsangabe. Bereits im Vorfeld las ich, das Julia Roberts nicht in Bestform gewesen sei (wie vergleichsweise in „Erin Brockovich“), aber ich wollte den Film trotzdem sehen – auch wegen Hoffmann. In die Geschichte kommt man schnell rein und man muss nicht viel denken. Aber falls man es doch während des Flmes machen möchte – oder danach – kann man sich mal die Frage stellen, in wie weit Filme (egal von wem und woher oder mit wem und über was) als Propaganda benutzt werden.

Es gibt Filme, die üben soziale Kritik – an der Gesellschaft, am System, an Regierungen, an Organisationen, an Menschen, an Verhalten und so weiter („Precious – das Leben ist kostbar“ zum Beispiel oder „Dangerous Minds“). Und es gibt Filme, die produziert werden, um das Publikum auf einen bestimmten Kurs zu bringen. Wie eben „Der Krieg des Charlie Wilson“. Wahnsinn, wie offensiv dort für den Einsatz von Waffen und die Einmischung der US-Arme in Konflikte ist. Und gleichzeitig wird der Konflikt dabei auf ein Minimum reduziert.

Werbeplakat für den Film (2007) (Bild: flickr / dan taylor)

Werbeplakat für den Film (2007) (Bild: flickr / dan taylor)

Besonders am Schluss schockierte mich die Szene, als die Strela-2 (Luftabwehrrakete) wie ein göttliches Werkzeug gen Himmel gehalten und damit gepriesen wird. Der Film stellt es so dar, dass die feindlichen sowjetischen Hubschrauber nur mit dieser Waffe abgeschossen werden können, dass sie einfach zu besorgen sind und dass danach alle Probleme gelöst werden. Gewalteinsatz wird hier nicht nur verherrlicht, sondern als Allheilmittel verkauft (Hinweis: der Film ist von der FSK ab 12 freigegeben).

Außerdem wird der Konflikt zwischen Afghanistan und Russland auf das simple „gut gegen böse“ reduziert – was hier ja einfach mal nicht funktionieren kann, da in diesem Konflikt nicht nur territoriale Schwierigkeiten auftreten, sondern ebenfalls Macht, Geld, Korruption und Religion ebenfalls eine tragende Rolle spielen. Vor allem die Frage der Religion (Muslime gegen Juden, Christen gegen alle, …) wird hier aufs Korn genommen, in dem Nichols den Kommunismus als Religion setzt. Der Witz könnte funktionieren, wäre der Film nicht so propagandistisch.

Wer versuchen will, das ganze als soziale Kritik zu verkaufen, der kommt nicht damit aus, ein paar korrupte Machenschaften mit Koks, Nutten und Scotch der Politiker anzuprangern. Am Ende des Films sagt T. Hanks in seiner Rolle als C. Wilson etwas in der Art wie: Die Amis mischen sich in alle Konflikte ein, bomben mal und mal dort, und wenn Leichen rumliegen (scheinbar egal von welcher Seite) hauen sie wieder ab. Wilson will, dass man Nachhaltigkeit schafft, zB durch den Aufbau von Infrastruktur wie Schulen, Kliniken, etc. Doch dieser eine Apsekt kann nicht den gesamten Film retten. Netter Versuch, aber kläglich gescheitert.

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