Ich hab das Paradies gefunden!!!

Jippie! Gleich noch einmal! Gestern gab es zwei Highlights zum Ende der Woche und von dem einen muss ich euch berichten. Im Finnisch-Kurs am Donnerstag lernten wir über unsere Hobbies zu sprechen. Neben Schlafen, Licht an und ausschalten und Aperol trinken konnte man auch darüber sprechen, welchen Sport man macht (ist jeden Morgen aufstehen nicht schon Höchstleistung genug???) oder was man für Musikinstrumente spielt. Dann sollte man im Unterricht durch den Raum laufen und die anderen Fragen, was sie für Hobbies haben und was sie machen. Unsere Lehrerin Maaria ist eine grandiose Frau, weil sie neben dem Lerneffekt auch die sozialen Strukturen fördert. So fragte ich zum Beispiel meine Nachbarin Anais aus Italien, was sie gern macht. Sie erzählte mir vom Lesen, Filme schauen und anderen Sachen. Ich erzählte ihr von dem oben genannten und fügte hinzu, dass ich gern Klavier spiele, aber im Moment keines zur Verfügung habe. Ihr ging es genauso – auch Anais hat jahrelang Klavier gespielt. Uns hörte eine Mitstudentin zu und sie sagte: ich hab da einen Tipp für euch – geht in das Musikgebäude, da kann man in einzelnen Räumen alle möglichen Instrumente spielen, auch Klavier. Anais und ich fanden das grandios. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag (Freitag – perjantei) zum Mittagessen im Lozzi und wollten danach zum Musikgebäude.

Anais am Klavier

Anais am Klavier

Am Freitag wars dann soweit: nach dem Essen, wo noch Anna und Krystinya trafen und wir schon die nächste Idee aufgeschnappt haben (CURLING!!!) gingen wir zu dem Haus mit den Musikern. Wir holten uns in der kleinen feinen Kaffeette noch etwas zu trinken und stiefelten dann in den Keller, weil da die meisten Menschen herkamen und hingingen. Wir schlichen durch Keller, die einem Bunker glichen. An vielen Türen stand etwas auf finnisch, was wir nicht verstanden – nur die Worte mit „musikka“ waren uns klar. Neben den Türen waren meist rot leuchtende Lampen – wir nahmen an, dass die Räume besetzt sind. Also gingen wir in den ersten Stock. Dort waren auch Räume mit Klavieren, aber da waren bereits Leute drin. Also noch eine Etage höher. Im zweiten Stock entdeckten wir die Bibliothek der Musik. Und gleich wenn man reinkommt beginnt auf der linken Seite das Paradies: kleine, schalldichte Räume, die mit Klavier, Gitarre, Keyboard, PC und Internetanschluss, Schreibtisch und vielem anderen gefüllt sind. Davon gibt es etwa sechs oder sieben – kleine Kammern zum Austoben in der Musik. Natürlich sind die für die Musikstudenten gedacht, dass sie üben können. Eine junge Frau trainierte gerade ihre Openstimme – oder hatte sich verschluckt, bin mir da nicht sicher. Nachdem wir uns etwas umschauten, Regale mit tausenden Noten entdeckten und noch vieles mehr, fragte ich eine Frau am Kopierer, ob man sich um Klavier spielen zu wollen in den kleinen Kabinen anmelden oder so was müsste. Sie sagte freundlich: nö, wenn der Raum frei ist, kannste rein und loslegen. Das lässt sich Basti nicht zwei Mal sagen.

Das Paradies: auf etwa 4qm

Das Paradies: auf etwa 4qm

Während ich in solch kleine Kammer mit Klavier und zwei Gitarren und allem anderen war, suchte sich Anais noch Noten. Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie wohltuend, erholsam, sentimental berührend und einfach grandios es war, wie an einem Klavier zu sitzen und spielen zu können! Nach dem ersten Rumklimpern auf den Tasten kamen auch die Erinnerungen an die Musikstücke wieder: natürlich „An Elise“, „An der schönen blauen Donau“, „Auf dem Schlitten“, „Rock Emotion“, „Boggie Blues“, „Words“ und so weiter… Klavier spielen ist glaub ich die beste Methode, Demenz zu unterdrücken.  Anais kam dann mit einigen Noten an und wir spielten etwas zusammen – es war toll. Im Internet konnten wir weitere Noten suchen. Wir spielten bis die Bibliothek um vier Uhr nachmittags schloss. Doch es war toll, dieses Paradies entdeckt zu haben.

Zuhause zeigte mir Anais, dass sie einen ganzen Schatz an Noten hat – sowohl für klassische als auch moderne Stücke. Wenn ich nächste Woche weniger schreiben werde, wisst ihr warum: Basti spielt Klavier!

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