Heiße Tipps fürs Radfahren bei -34°C in Suomi

Idylle in purem Weiß

Idylle in purem Weiß

Radfahren ist gesund für Körper und Seele. Es beansprucht den gesamten Körper: Beine, Rücken (man sollte grade sitzen!), Becken, Bauch, Po (es gibt bei ausreichend Radfahren einen Madonna-Stah-Ar*ch). Außerdem weht einem ein frischer Wind um die Nase, man hat Zeit zum Nachdenken und kann sich an der Natur erfreuen oder nette Leute sehen. Das alles ist wunderbar, erst recht bei solchem wunderschönen Wetter in einer wunderschönen Landschaft wie ihr es auf dem Bild seht (ja, das ist Finnland).

Radfahren bei -34°C

Radfahren bei -34°C

Nun ahnt ihr sicherlich schon, dass es einen Haken gibt. Hier in Finnland sollte es ein Sprichwort geben: je blauer der Himmel und schöner Tag, desto kälter ist es da draußen. Heute gab es für mich einen Rekord: noch nie war ich irgendwo, wo es -34°C kalt war. Noch schöner ist es, wenn man dazu Rad fährt. Eigentlich hatten Linda und ich uns ausgemacht, dass wenn die Temperatur mit einem „-“ und einer „3“ in der zweistelligen Zahl beginnt, wird aufs Radfahren verzichtet. Doch als ich heute zum Arzt musste, habe ich es gewagt. Es sind zwar nur 2,5 Kilometer, aber bei solch niedrigen Temperaturen kommt es einem ewig vor. Deswegen hatte ich genügend Zeit, um über ein paar brauchbare Tipps nachzudenken. Diese Liste ist dabei entstanden:

1. Bitte mehr als drei Paar Handschuhe anziehen. Dabei ist weniger auf die gesamte als viel (viel viel viel!!!) mehr auf die Fingerspitzen zu achten. Selbst mit drei paar Handschuhen können Finger erfrieren.

2. Ohren schützen! Eine einfache Mütze leistet zwar ersten Schutz, irgendwelche Felle über den Ohren sind hilfreicher!

3. Der Abstand zwischen Schal oder anderem Gesichtsschutz und Nase sollte ausreichend sein. Ist er zu gering, kann es passieren, dass Schal an Nase anfriert – UNANGENEHM!

4. Auch wenn es die Radprofis vormachen: trinken während der Fahrt sollte unterlassen werden! Ganz und gar abzuraten ist vom Genuss warmer/heißer Getränke oder Getränke, die mit einem Strohhalm konsumiert werden.

5. Nie länger als 20 Minuten am Stück fahren. Zwar laufen alle Uhren gleich, doch die innere Uhr empfindet die Zeit etwa drei mal so lang!

6. Das erledigen von Hausaufgaben während der Fahrt ist nicht empfehlenswert. Die Handschrift wirkt sehr abstrakt und es kann passieren, dass das Papier gefriert.

7. Wer kann, sollte sich Heizdecken unter die Kleidung stecken. Auch Tauchsieder können den gleichen wärmenden Effekt hervorrufen. Bei beiden Praktiken könnte es von Raten sein, wenn ihr Akkus statt Stromkabel benutzt.

8. Jegliche Unterhaltung sollte so kurz wie möglich gehalten werden (das fällt in Finnland aber niemand schwer – schweigsames Volk!). Warum? Wenn man spricht, atmet man mehr, also wird mehr feuchte Luft ausgestoßen und der Schal friert noch mehr. Außerdem können sich bei übermäßigen Dialoggebrauch Eiszapfen an Augenwimpern, Haarspitzen und anderen Dingen rund ums Gesicht bilden.

9. Handtuch mitnehmen! Wenn man von der eisigen Fahrt ins Gebäude geht (vorausgesetzt man schafft es!), dann taut das Eis im Gesicht sehr schnell – nicht wundern, die meisten Menschen, die ein Gebäude betreten, weinen nicht! Es ist schmelzendes Eis.

10. NIMM DEN BUS!!!

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