Kunst im Dialog mit der Öffentlichkeit in Suomi

Was möchte uns der Künstler damit sagen? Ich bin in dem Glauben, dass es sich um einen männlichen Künstler handelt, da diese Kunstwerke auf Herrentoiletten ausgestellt werden. Vielleicht ist es aber auch mehr Hoffnung, dass es keine weibliche Künstlerin ist, die diese Meisterwerke realisiert hat. Wer weiß. Nun ja, egal in welchem Land oder welcher Gesellschaft oder Zeit man lebt – ja ich glaube, dass auch die Römer, Griechen, Sumerer, Chinesen, Inkas und sogar die Inuit ihre Toilettenwände beschmiert haben – diese Form der Kunst ist stark verbreitet und allen bekannt. Nach Region und Ära können Motive und Ausgestaltung variieren. So nehme ich zum Beispiel auch ohne Vorwissen an, dass die Römer und Griechen keinen Edding benutzt haben. Dagegen wird es heute eher selten sein, dass man mit Steinen oder Tonscherben in die Wände ritzt.

Klosprüche

Klosprüche

Falls Ihr es noch nicht auf dem Bild erkannt habt, ich spreche von Klo-Sprüchen. Die Anerkennung dieser Art der Kunst wird in allgemeinen Kreisen auf die zweite Hälfte das 20. Jahrhunderts datiert. Genaue Angaben lassen sich dazu nicht finden, da die Forschungssituation (unbekannte Künstler, spätes Auffinden der Werke, zu kleines Toilettenpapier, um Kopien anzufertigen, etc.) ausgesprochen fürn Arsch ist. Aber ich glaube, dass kommt den Künstlern sehr entgegen – schließlich sitzen sie direkt auf der Quelle der Inspiration und wollen dort ungestört von Schüssel- und Wandforschern bleiben.

Die Motive ähneln sich weitestgehen: Sprüche, Weisheiten, Telefonnummern, Rezepte, Empfehlungen und Anweisungen zur Behandlung von Mitmenschen und anderen Klobürsten sind die am meisten verbreiteten Inhalte der Kunstwerke. Mehr oder weniger werden sie durch Grafiken unterstützt: Sprech- und andere Blasen, Karikaturen, Comics, Mangas und Aquarellzeichnungen in Gelb sind sehr beliebt. Weniger umgänglich (weil wenig praktikabel) sind Radierungen und auch die Öl-Malerei konnte sich in den stillen Örtchen nicht etablieren.

Die Intention der Künstler ist durch alle Regionen, Zeitalter und Kunstspülungen hinweg gleich: Unterhaltung in stillen Momenten. Während der Betrachter das innerste aus sich

Klosprüche

Klosprüche

heraus holt, soll er die Kunst auf sich wirken lassen. Ich bin mir jedoch nicht so sicher, ob das immer funktioniert. Meine Zweifel werden dadurch gefüttert, dass öfters bereits vorgefertigte Werke erweitert oder ergänzt werden – doch dies nennt man in den Tagen des 21. Jahrhunderts wohl Interaktivität – auch in der Kunst. Eine Frage, die mir beim Schreiben des Textes unter den Nägeln brennt: malen Frauen auch die Klowände voll? Was steht bei ihnen an der Wand? Rezepte? Strickvorlagen? Kinderschimpfwörter? Ausreden fürs Fremdgehen? Lästereien? Ich bedanke mich bereits im Voraus für Hinweise! Und noch besser: Beweisfotos!!!

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