kahvi auf der Treppe, verheimlichte Schwangerschaften und Hotlines

Fangen wir mit einem wichtigen Thema an: Kaffee. Finnland ist keine Kaffeenation. Weder blühen hier die nötigen Pflanzen dafür noch gibt es hier guten Kaffee (darüber habe ich mich bereits ausgelassen). Ich bin immer noch froh, dass es Jacob’s Krönung bisher geschafft hat und hoffe, das bleibt auch so. Es lebe die EU, der Binnenmarkt und die Globalisierung an dieser Stelle.

Kaffee - wie er nicht zubereitet wird.

Kaffee - wie er nicht zubereitet wird.

Trotzdem trinken Finnen unheimlich viel Kaffee. Angeblich sechs Tassen pro Tag. Das ist ein ganz ordentlicher Verbrauch. Heute war ich im Nachbarhaus und dort wohnen auch nur Studenten. Falls es die Bewohner der Etagen 3 und höher hier noch nicht wissen sollten, hier ein Hinweis, wie man Kaffee nicht zubereitet: man verstreut das Pulver nicht über die Treppe. Der liebe Gott hat dafür die Kaffeemaschine erfunden. Bitte benutzt sie. Danke.

Dann hatten wir heute wieder Finnisch-Unterricht (Suomi I). Wir haben weitere tolle Sätze und Zahlen gelernt, die man im Alltag gebrauchen kann: Nähdään! (Man sieht sich!) Ei kestä! (Keine Ursache!) Ole hyvä! (Da, bitte schön.) Mikä sun puhelinnumero on? (Wie lautet deine Telefonnummer? – Den Satz muss ich unbedingt auswendig lernen!!!) Mitä olut maksaa? (Was kostet das Bier? Eine Frage, bei deren Antwort man in Finnland nur selten glücklich wird.) Unter anderem erzählte uns die Lehrerin etwas über die Finnen, das aber jeder schon weiß: sie sind zurückhaltend und sprechen nur dann, wenn es sein muss. Als Beispiel: die Vorstellung. Begleitet mich ein Freund, den andere meiner Freunde noch

Stadtbibliothek von Jyväskylä

Stadtbibliothek von Jyväskylä

nicht kennen, würde ich ihn auf Deutsch so vorstellen: „He, darf ich dir vorstellen, das ist Lukas und er kommt aus Hannover.“ Auf Finnisch wird so vorgestellt: „Lukas.“ Ist man freundlich, zeigt man noch auf die Person. Das wars. Die Lehrerin erklärte uns, dass der Finne nur dann spricht, wenn es sein muss (by the way: freilich kann man das nicht für alle Finnen pauschalisieren, aber die Tendenzen dazu sind deutlich zu erkennen – außer bei der Frau, die in der Stadtbibliothek war: die schwafelte ewig am Telefon.) Jedenfalls fragte ich mich, ob Finnen – nach diesem Prinzip handelnd – etwas von einer Schwangerschaft berichten. Sagt eine junge Frau, die ein Kind erwartet, ihren Eltern und ihrem Mann / ihrem Freund Bescheid, dass sie schwanger ist? Oder sagt sie sich: wozu soll ich etwas sagen, in paar Wochen / Monaten wird man es eh sehen, da muss ich nicht drüber sprechen. Und wie es passiert ist, weiß bestimmt auch jeder. Vielleicht finde ich noch eine Antwort drauf.

Werbung für Lehrerhotline

Werbung für Lehrerhotline

In einer Vorlesung ist mir heute noch der Schreibblock eines Kommilitonen aus Österreich aufgefallen. Da gibt es Werbung für Lehrer-Hilfe-Hotlines. Hat Deutschland sowas auch? Man bräuchte es wohl sehr dringend, hörte ich. Ohne es zu bunt zu treiben: wie wird den Lehrern da eigentlich geholfen? Werden sie bei der Korrektur der Klausur unterstützt? Oder ist das ganze ein Scherz von Schülern, die den Lehrern an der Hotline böse Sachen einreden? Hoffentlich nicht…

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