mennä ostoksille suomissa

Einkaufen in Finnland – diesmal abseits jeder Preisknüller Wuchertrends. Na vielleicht einen oder zwei Sätze doch dazu: man sollte hier schnell lernen, nach Schnäppchen Ausschau zu halten. Zum Beispiel bei Lebensmittel. Pro Tag ist im Lidl oder in anderen Supermärkten ein Käse, eine Wurstsorte, eine Milch, etc. im Angebot für einen Euro zu haben. Das ist erschwinglicher als 4,89 Euro für 100g Käse zu zahlen. Hier gibt es auch noch so eine Art Winterschlussverkauf, der in Deutschland ja per se abgeschafft ist. Es lohnt sich hier aber echt. Zum Beispiel kann man Schuhe von Fred Perry mit mit 50% Rabatt für 28 Euro bekommen. Oder Shirts und Hosen von Melodica (http://www.melodicaskateboards.com/catalog.html) gibbets hier bereits für 14,50 Euro. Das ist sehr günstig für Shirts, die echt gut aussehen.

Tasche wahrscheinlich von 1974 für Klappcomputer

Tasche wahrscheinlich von 1974 für Klappcomputer

Was man als Student hier gerne macht, ist in Second Hand Läden nach Retro-Stücken zu gruschen. Freilich: vieles ist Ramsch, aber ab und zu findet sich etwas grandios. So zum Beispiel heute. Neben einer Auflaufform irgendeiner Omi und einem Tüchlein für die Küche habe ich meine neue Tasche für meinen Klappcomputer gefunden (siehe Bild). Die Tasche ist Schätzungsweise aus dem Jahr 1974, aus echtem Leder, sehr gut erhalten und passt wunderbar für meinen 15′-Läppi. Traumhaft. Kosten: 5,58 Euro. Strike!

Stadtzentrum von Jyväskylä (by BINGmaps)

Stadtzentrum von Jyväskylä (by BINGmaps)

Nun aber zum eigentlichen Thema: einkaufen in Finnland. In Jyväskylä gibt es im Stadtzentrum eine Einkaufsstraße: Kauppakatu/Kävelykatu. Es gibt die üblichen verdächtigen Ketten und Läden: Sokos, h&m, Hesburger, Halonen, ESPRIT, etc. Geprägt ist das Stadtzentrum jedoch von Einkaufshallen (shopping malls) wie das Forum. Diese sind nicht einfach in die Stadt geschmissen worden, sondern man hat einfach die Häusern ineinander verbunden. Das ist sehr viel angenehmer

Einkaufshalle in Jyväskylä

Einkaufshalle in Jyväskylä

als manch shopping mall in Deutschland (Centro Oberhausen, Limbecker Platz Essen, Altmarktgalerie Dresden, Alex Berlin, usw.). Auch von der kreativen Gestaltung ist es angenehm. Eine Einkaufshalle ist zum Beispiel wie eine Plaza angehaucht, aber sehr unauffällig. Es geht sehr ruhig zu, es ist genügend Platz, man schneit mal hier und mal daran rein, hat eine angenehme Auswahl. Aber natürlich fehlen auch die üblichen Ketten nicht.

Natürlich gibt es aber auch Einkaufszentren, die wenig attraktiv aussehen. So zum Beispiel das Forum direkt am Kompas. Im Forum gibt es zwar

Forum in Jyväskylä

Forum in Jyväskylä

einen sehr cool Klamottenladen, wo es Zeug von Melodica gibt, aber das rettet nicht über die viel zu offene, fast klinisch wirkende Architektur. (Die Frau auf dem Bild ist glaube ich eine Sinti-und-Roma-Frau, bin mir aber nicht so sicher – habe sie nicht gefragt.) Auffällig ist, dass es auch Einkaufszentren gibt, die um das Überleben kämpfen müssen. Hat uns der ungemütliche Charme des Forums schon nach 15 Minuten wieder auf die Straße getrieben, schaffte es ein Einkaufszentrum eine Straße weiter in noch weniger Minuten: es gab dort nur kleine Ramschläden, teilweise standen riesen Ladenflächen leer, die Fenster wurden mit hässlich braunen Papier abgeklebt, und so weiter. Es sah nicht wirklich danach aus, dass es nur eine Phase ist, weil ein Geschäft gerade auszieht und das nächste Einzug hält – es sah so aus, als ob das

abschüssiges Einkaufszentrum in Jyväskylä

abschüssiges Einkaufszentrum in Jyväskylä

ein Dauerzustand sei. Wie ich schon in Dortmund lernen musste, ist das wachsende Aufkommen von Handy-Geschäften, unstetigen Haarfrisur-Läden und Dönerbuden ein deutliches Zeichen dafür, dass es mit einem Areal bald zu Ende geht. Die schreckliche Karaoke-Bar tat ihr übriges zum Abschussrecht. Was jedoch dem bereits dem Tode geweihten Einkaufszentrum hoch angerechnet werden muss, ist, dass sie wirklich alles versuchen, um das unaufhaltsame Ende doch noch zu stoppen – und zwar mit allen verzweifelten Mitteln. So wurde zwar die riesige Nordea-Bank-Filiale geschlossen und durch einen simplen Bankautomat neben der Rolltreppe ersetzt. An Comfort sollte es doch nicht mangeln – erst recht nicht für die alternde Gesellschaft – und so wurde eine

komfortabler Bankomat

komfortabler Bankomat

durchgestylte, innovative und sagenumwobene Sitzgelegenheit installiert. Das Foto hier unten sollte als Beweis ausreichen.

PS: Sorry fürs Faseln heute. Der Restalkohol der gestrigen Party (am Dienstag) hat noch immer Wirkung.

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